Umgestaltung einzelner Bereiche des Alpakahofs in Riegsee - 04.2014

Die Familie möchte nach und nach auf ihrem Hof einige Flächen umgestalten.
Nachdem der Betrieb ein Bioland zertifizierter Betrieb ist und die Familie mit ihrer Überzeugung dazu steht, versteht sich von selbst, dass die Pflanzen aus biologischer und soweit möglich auch regionaler Herkunft sind.

Der ungenutzte Streifen vor den Baumaßnahmen Die Nachtviolenblüte im 2. Jahr nach der Umgestaltung

1. Bereich
Wildblütenhecke mit buntem Saum

Zum angrenzenden Grundstück der Dorfwirtschaft hat sich über die Jahre ein optisch wenig ansprechender Streifen entwickelt.

Auf 20m. Länge haben wir eine Trockenmauer aus Granitbruchsteinen gesetzt (Material stammt aus dem Bau des Kramertunnel in Garmisch- Partenkirchen).
Dies war nötig, da es einen ansteigenden Höhenunterschied zum Nachbargrundstück gibt, der durch eine zum Teil schon verfallene Betonmauer gehalten wird.
Dadurch ist ein Beet entstanden, das mit nährstoffreichem Humus aufgefüllt und mit ca 15cm magerem Schottersubstrat abgedeckt wurde.
Durch diese Mischung ist an diesem überwiegend sonnigem Standort eine besonders große Artenvielfalt zu erreichen.

Gepflanzt wurde eine Wildblütenhecke aus heimischen Sträuchern, die über Monate hinweg für eine bunte Blütenpracht sorgt.
Im Herbst trägt sie einen dekorativen Fruchtbehang.
Ergänzt wurde die Hecke durch mager und trockenheitsliebende heimische Stauden und Mauerpflanzen.

Um die Lücken der ersten Jahre zu schließen, bis die Hecke ihre volle Größe erreicht hat,habe ich noch mehrere Arten wärmeliebender Blumen und Gräser angesät.

Pflege:
Die Gehölze müssen nicht geschnitten werden. Der Saum sollte einmalig im Frühjahr gemäht und abgeräumt werden. Dadurch können zahlreiche Winterquartiere für Insekten erhalten werden. Zusätzlich bieten die trockenen Samenstände eine Futterquelle für die Vögel.


2. Bereich
Auffahrt zum ehemaligen Getreidestall

Die Auffahrt besteht hauptsächlich aus einem Stück alter Betonstützmauer und einem nicht mehr genutztem Sandkasten. Der Rest ist Grasfläche

Um das steile Gelände bis zu einer Höhe von 2m. abzufangen haben wir zwei terrassierende Reihen Trockenmauern gesetzt.
Der Standort ist hauptsächlich schattig, weshalb das Substrat hier bis auf die Hinterfüllung der Mauer aus nährstoffreichem Humus besteht.
Ausgepflanzt wurde eine große Artenvielfalt heimischer schattenverträglicher Stauden, sowie eine Kletterpflanze zur Begrünung der Hauswand.
Bewusst habe ich auch ein paar sich stark ausbreitende Arten gewählt, um möglichst schnell die humosen Flächen zu schließen und dem starken Druck durch zu erwartendes Unkraut zu entgehen.


Pflege:

Aufgrund des wie gesagt zum Teil verunkrauteten Substrates muss vor allem die erste Zeit gut darauf geachtet werden, dass Arten wie Löwenzahn, Giersch, Brennessel oder Klee rechtzeitig am Schopf gepackt werden

3. Bereich
Wildrosenhecke an der Alpakaweide

An der Weide der Alpakas führt ein schmaler häufig frequentierter Weg vorbei.
Die wunderbare Landschaft in Kombination mit den herrlichen Tieren lädt zum Verweilen und Genießen ein.
Hierzu haben wir den Zaun an der Weide umgesteckt und eine Ecke abgerundet.
Den Rand haben wir etwas angehügelt und mit einer Wildrosenhecke bepflanzt.
Wildrosen sind von besonders hohem Nutzen für die Tierwelt.
Sie bieten über 100 Insektenarten Nahrung. Neben den verschiedenen Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen sind sie auch für unscheinbare Insekten wie Bock- und Rüsselkäfer als Nahrungsquelle von großem Wert. Außerdem sind die Früchte für rund 27 Vogelarten (wie z.B. Gimpel, Birkenzeisig oder Buntspecht) und auch für einige Säugetiere wie den Baumschläfer, den Stein- und Baummarder, eine willkommene Ergänzung auf deren Speiseplan.

Neben dem Fußweg soll der Zaun bestehen bleiben und so haben wir auch hier entlang Rosen gepflanzt, die in Zukunft eine gemütliche Bank nicht nur mit ihrem herrlichen Duft umrahmen werden. Hierfür habe ich einige spezielle Sorten gewählt, um zu den heimischen Wildrosen noch einen besonderen Akzent zu setzen.
Als Unterpflanzung habe ich Begleitstauden verwendet, die farblich mit den Rosen harmonieren und als Bodendecker einen dichten Bewuchs ergeben sollen.

Die Wildrosenhecke habe ich mit einem speziellen Schmetterlings- und Wildbienensaum angesät, der hoffentlich schneller den Boden schließt, als die angrenzende Wiese.
Die Mischung besteht zu 90% aus Wildblumen und berücksichtigt in besonderem Maß die Ansprüche von Wildbienen und Schmetterlingen an Trachtpflanzen.
Die 10% Untergräser dienen als Futterpflanzen für die Schmetterlingsraupen.

Die Fläche vor der Hecke und der Sitzgelegenheit haben wir mit Schotter abgedeckt und mit einem Blumen Schotterrasen eingesät.

Die Ansaat beinhaltet einige niedrige und robuste Arten, die besonders auf weniger betretenen Stellen für eine blütenreiche Begrünung sorgen.

Die Geländemodellierung der Scheunenauffahrt Die schattige Ausrichtung benötigt mehr Nährstoffe Die gepflanzten Arten können sich trotz des stark verunkrauteten Substrats gut durchsetzen Im Mai blüht die Auffahrt bunt Gezielt wurde an Problemstellen das wüchsige Habichtskraut gesetzt Große Wasserbausteine werden mit Hilfe des Baggers zu einer Trockenmauer gesetzt Über das nährstoffreiche und stark verunkrautete Substrat kommt eine dicke Kiesmulchschicht Nach der Pflanzung wird noch angesät Die einjährigen wie Mohn und Kornblumen leuchten ein paar Wochen nach der Ansaat Die Einjährigen wie Mohn und Ringelblumen in ihrer vollen Pracht Am höchsten ragt im 2. Jahr bereits die Weide aus der Ansaat Von den Einjährigen ist nicht mehr viel zu sehen Die Rosensträucher sind bis auf die Kletterrose noch von den Stauden überwachsen Im Mai blühen Lichtnelken, Taubenkropfleinkraut,Margeriten und Storchschnabel um die Wette
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